... am Puls der landwirtschaftlichen Industrie.
(30.08.2005) Kuriose Gegenstände kamen bei der Entleerung zweier verschlammter Biogasbehälter (Fermenter) in der Eifel zum Vorschein. Golfbälle, diverse Hammer und Metallplatten gehörten noch zur harmlosen Sorte, aber auch eine Handgranate amerikanischen Typs entdeckte der wachsame Kollege, bevor diese in der Luftförderanlage verschwand. Ohne zu wissen, um was es sich handelte, gab er den seltsamen Gegenstand dem Kollegen nach draußen weiter, der die Gefährlichkeit erkannte. Der Kampfmittelräumdienst Trier wurde verständigt und die Granate entschärft. Ein sehr ungewöhnlicher Zwischenfall, mit dem aber im Umgang mit Reststoffen von landwirtschaftlichen Flächen gerechnet werden muss.
Die Fermenter, jeweils ausgelegt für 1.206 Kubikmeter Inhalt, dienen der Methan-Produktion und anschließenden Energierückgewinnung, also zur Erzeugung von Strom und Heizwärme. Die biologische Methangasbildung ist ein Prozess, der in der Natur überall dort stattfindet, wo organisches Material (Biomasse) in feuchter Umgebung und unter Luftabschluss durch die Stoffwechselaktivität natürlicher Methanbakterien verrottet.
An der Biogasanlage in der Eifel sind auf Rindviehhaltung spezialisierte Betriebe beteiligt. Die hier verwendete Biomasse besteht aus Rindergülle und nachwachsenden Rohstoffen wie Mais, Gras und Kartoffeln. Wegen einer anstehenden Revision und geplanter Baumaßnahmen sollte der nach 18 Monaten Betriebszeit abgesetzte Schlamm in den Fermentern entfernt und die Flächen von Anhaftungen gereinigt werden.
Der organisch, mineralische Schlamm sollte ausgasen und nach der Entwässerung auf den landwirtschaftlichen Flächen als Dünger verteilt, die Fermenterinhalte zuvor auf einen dritten Behälter umgefüllt (umgepumpt) werden. Die geschätzte Schlammmenge lag bei 100 Kubikmeter pro Behälter.
Da immer ein Fermenter in Betrieb bleiben sollte, musste die Reinigung in zwei hintereinander liegenden Wochen ausgeführt werden.
Am 11. August 2005 ging es mit dem Ersten los. Unter Atemschutz, da wegen des Methans Ex-Zone-0 vorlag, wurde der festgesetzte Schlamm mit HD-Technik gelöst und mit einer Luftförderanlage abgesaugt.
Anschließend wurde der Schlamm entweder zur Entwässerung auf einer Betonfläche abgekippt oder direkt von den Landwirten aus der Luftförderanlage abgesaugt und auf ihren Feldern verteilt. Pro Fermenter dauerten die Arbeiten bis zur vollständigen Entleerung und Reinigung ca. 2,5 Tage.
Ein erfolgreich abgewickeltes Projekt und für Buchen möglicherweise ein Markt der Zukunft. Die Bioenergie ist der größte Wachstumsmarkt unter den erneuerbaren Energien. Bundesweit werden zurzeit etwa 2.300 Biogasanlagen mit einer Gesamtleistung von ca. 350 Megawatt betrieben. Ende 2006 werden es erwartungsgemäß bereits 3.500 Anlagen mit einer Leistung von 600 bis 800 MW sein, laut Informationen des Bundesverbands Bioenergie e.V.
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