| Buchen SanierungsService: Sanierung des ehemaligen Güterbahnhofareals Freiburg–Wiehre (08.07.2005)
Das 2,5 Hektar große Areal des ehemaligen Güterbahnhofs Freiburg-Wiehre, das Ende des letzten Jahrhunderts gebaut wurde, soll zum exklusiven Stadtrandwohngebiet umgestaltet und zuvor saniert werden. Anfang der 90er Jahre war bei Untersuchungen ein vielfältiges Schadstoffspektrum auf dem Gelände von z.B. Mineralölen, polycyklisch aromatischen und chlorierten Kohlenwasserstoffen, Schwermetallen etc. in Boden und Grundwasser festgestellt worden. Zusätzlich zum Güterumschlag waren bei einem Großbrand eines Chemiebetriebs Säuren und Laugen versickert.
Im Vorfeld der geplanten Sanierungs- und Umbaumaßnahmen erhielt Buchen in Freiburg von der deutschen Bahn AG den Auftrag diese rund 6.000 Tonnen verunreinigtes Gleisschottermaterial aus den alten Gleisanlagen vor Beginn der eigentlichen Hauptsanierung kurzfristig für eine Baufeldfreimachung auszubauen und zu entsorgen.
Im Rahmen des städtebaulichen Entwicklungskonzepts veräußerten die Deutsche Bahn AG und die Stadt Freiburg Ende 2004 Ihre anteiligen Flächen auf dem gesamten Areal.
Für die Sanierungshauptmaßnahme erhielt Buchen von einer Projektentwicklungsgesellschaft der HOCHTIEF AG zusammen mit der Firma Löffler Erd- und Landschaftsbau als „ARGE Wiehrebahnhof“ den Zuschlag.
Die beauftragten Arbeiten beinhalteten neben der Untergrundsanierung von 60.000 Tonnen unterschiedlich belasteter Aushubmassen auch den vollständigen Rückbau von Wohngebäuden, Lagerhallen, Gleisanlagen, Hof- und Straßenflächen und den Aushub der Baugruben.
Unmittelbar nach Auftragsvergabe starteten wir im Frühjahr 2005 mit der Sanierungsdurchführung auf stillgelegten Teilflächen, da bereits im Herbst 2006 die ersten Wohnungen am Fuße des Südschwarzwaldes im Dreisamtal bezogen werden sollen. Mit unserem Partner hatten wir zuvor ein entsprechendes Rückbau-, Verwertungs- und Entsorgungskonzept aufgestellt. Alle Sanierungsmaßnahmen wurden unter behördlicher Aufsicht durchgeführt und zusätzlich, als Besonderheit, auch unter ständiger Begleitung eines Kampfmittelerkundungsdienstes. Durch die gezielte Bombardierung des Areals im zweiten Weltkrieg konnten Bombenfunde nicht ausgeschlossen werden.
Während der heißen Phase der Sanierung wurde das kontaminierte Erdreich stellenweise bis zu sechs Meter unter der Geländeoberkante ausgehoben. Unerwartet auftauchende unterirdische Tanks wurden kurzfristig geleert, gereinigt und rückgebaut, während gleichzeitig an anderer Stelle eine Gebäudesanierung u.a. mit dem Ausbau von asbesthaltigen Materialien sowie Arbeiten anderer Gewerke (Kanalbau) stattfanden.
Die verschiedenen Materialien wurden beprobt, analysiert und in unterschiedliche Belastungsklassen eingestuft um die damit verbundenen Entsorgungswege zu bestimmen.
Saubere Chargen wurden auf der Baustelle zum späteren Wiedereinbau zwischengelagert.
Entsprechend wurden auch die Sicherheitsmaßnahmen mit allen Beteiligten abgestimmt, sodass bei hohen Belastungen Vollschutz, Sprühnebel und Atemschutzmaske zum Einsatz kamen.
Schwach bis mittel verunreinigtes Material wurde in lokalen und regionalen Recyclinganlagen, Haldenrekultivierungen und Deponiebaumaßnahmen verwertet. Höher verunreinigte Chargen wie Ölschäden oder Brandschuttfunde („Bombentrichter“) wurden in unserer nahe gelegen Bodensanierungsanlage (BSA) Lahr mikrobiologisch behandelt bzw. aufbereitet.
Die Festlegung von mindestens zwei Annahmestellen je Belastungsklasse gaben unserem Kunden Entsorgungssicherheit und verhinderten Sanierungsstillstände, da bei einem unvorhersehbaren Ausfall alternative Entsorgungswege sichergestellt waren.
Bis dato haben wir an die 50.000 Tonnen Aushub nahezu sämtlicher Materialarten und Belastungsklassen verwertet und entsorgt und liegen damit sehr gut im Terminplan des Gesamtprojektes. Unsere Arbeiten dauern noch voraussichtlich bis in den Frühsommer 2006 hinein an.
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