Zur Übersicht               
 


Geländesanierung einer ehemaligen Lederfabrik (02.07.2004)

Nach einer öffentlichen Ausschreibung vom Altlastensanierungs- und Altlastenaufbereitungsverband NRW (AAV NRW) erhielt unsere Abteilung Sanierung den Auftrag für Bauleistungen im Rahmen der Sanierung des Geländes der ehemaligen ECF Elektrochemischen Fabrik in Kempen bei Krefeld. Ziel ist es, das Grundstück der ECF wieder als Industrie- und Gewerbegebiet nutzbar zu machen.

Die Firma ECF produzierte von 1920 bis 1985 u.a. Eiweißleim durch das Gerben von Lederresten. Zurück blieben Rückstände mit einem hohen Anteil an organischen Substanzen, durchsetzt mit Chrom-Hydroxid und belastet mit PCP und Dioxinen. Diese Reste wurden in Erdbecken und Halden auf dem Grundstück abgelagert und haben sich zum Teil zu einer schlammartigen Substanz zersetzt. Weitere Restbestände an ungebrauchten Lederlappen, Chrompfalzspänen und imprägniertem Siloholz sind auf der so genannten Lederlappenhalde abgelagert. Zudem wurden auf dem Gelände kontaminierte mineralische Massen wie Bauschutt, Aschen und Schlacken verkippt, die einst zur Befestigung der Flächen dienten. Die Altlasten haben bereits zu einer erheblichen Verunreinigung des Grundwassers geführt.

Die Rückstände verbreiteten beim Ausbaggern einen äußerst starken, unangenehmen, fäkalartigen Geruch. Die Bekämpfung dieser Geruchsemissionen stellt ein besonderes Problem bei der Sanierung dar. Es ist zu gewährleisten, dass die Nachbarschaft bei den Arbeiten nicht mehr als zulässig durch den Gestank (bitte streichen) belästigt wird. Zur Reduzierung der Geruchsemissionen beim Bergen und Verladen werden sogenannte Sprüh-Nebel-Kanonen eingesetzt. Mit diesen Anlagen, die an Schneekanonen in Skigebieten erinnern, wird eine Lösung von Geruchsneutralisierungsmitteln über die Arbeitsbereiche versprüht. Die Wirksamkeit dieses Verfahrens wurde im Rahmen eines Feldversuches nachgewiesen. Zehn ausgebildete Spezialisten eines Umweltschutzinstituts analysierten bei diesem Versuch an verschiedenen Stellen des Geländes den Geruch.

Anfang Juni 2004 konnte es losgehen. Das sechsköpfige Team hat in 12 Monaten rund 85.000 Kubikmeter kontaminierter Böden, Schlamm und Lederlappen auszuheben und zur Entsorgung auf der Bayer-Deponie in Uerdingen auf die Transporter zu verladen. Dabei sind erhöhte Arbeitsschutzanforderungen zu beachten. Die Sanierung erfolgt in einem abgetrennten Schwarzbereich. Vor jedem Bauabschnitt wird das jeweilige Teilgebiet beprobt, um entsprechend der Belastungsgrade Schutzvorkehrungen zu treffen. Bei hohen Belastungsgraden wird in voller Schutzkleidung und gegebenenfalls mit Atemschutzmasken gearbeitet. Die Lkw müssen vor Verlassen des Schwarzbereiches durch eine Reifenwaschanlage, damit keinerlei kontaminiertes Material in die Umwelt gelangen kann.

Auch große Mengen unbelastetes Erdreich müssen ausgehoben, zwischengelagert und später wieder zusammen mit neuen, sauberen Böden eingebaut und verdichtet werden. Die an den Aushubbereich angrenzenden Gebäude werden durch Bohrpfahlwände geschützt. Drei Hydraulikbagger, eine Raupe, ein Dumper, ein Walzenzug und ein Radlader sind während der gesamten Maßnahme im Einsatz.

Zur Optimierung des Prozesscontrollings wurde eine Netzwerkanbindung zum Buchen-Server hergestellt. So steht einer erfolgreichen und planmäßigen Abwicklung der Sanierungsarbeiten bis Mai 2005 nichts im Wege.

Weitere Infos: Andreas Reichert
Tel. (+49) 221 7177-250
E-Mail: andreas.reichert@buchen.net