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Erster Schwertransport für Airbus A 380 (27.05.2004)

Es wiegt 3,5 Tonnen (mit Transportgestell sogar 20 Tonnen), ist über 10 Meter hoch und fast 28 Meter lang: Das Seitenleitwerk des neuen Mega-Airbus A 380. Airbus baut diese riesige „Heckflosse“ im Werk Stade, lackiert sie im Werk Finkenwerder bei Hamburg, um sie anschließend per Luftfracht nach Toulouse/Südfrankreich zur Endmontage zu transportieren.

Unsere Abteilung Kran und Transport in Stade führt als Rahmenvertragspartner von Airbus die Transporte zwischen Stade und Hamburg durch. Nach fast zwei Jahren Vorbereitungszeit fiel am 27. Mai 2004 der Startschuss für die Jungfernfahrt des ersten Leitwerks für den ersten A 380 auf unserem eigens dafür angeschafften Schwertransporter.

Pünktlich um 9.00 Uhr setzte sich der Transport vom Airbus-Werk Stade aus im Schritttempo in Bewegung, eskortiert von zwei voraus fahrenden Polizeifahrzeugen und zwei nachfahrenden Begleitfahrzeugen. Mehr als 30 km/h waren nicht möglich, die Wind- und Straßenverhältnisse hätten den tonnenschweren Trailer ins Wanken gebracht.

Ziel des Konvois war der 18 km entfernte Privathafen der Reederei SAL in Grünendeich an der Elbe, einem ehemaligem Bundeswehrgelände. Dort wartete bereits ein Fährschiff, um Zugmaschine mit Leitwerk aufzunehmen und nach Hamburg zu bringen.

Doch zunächst musste eine entscheidende Hürde genommen werden: Die Stadt Stade! Die Umgehungsstraße war unpassierbar, eine knapp fünf Meter hohe Brücke versperrte die Durchfahrt. Am Ende genehmigten die Behörden die Durchfahrt durch das Stadtzentrum von Stade. Lediglich auf einigen Alleen mussten auf die Fahrbahn ragende Äste etwas beschnitten werden, weitere Demontagearbeiten von Verkehrszeichen und sonstiger Infrastruktur waren nicht notwendig.

Die Polizei-Eskorte fuhr voraus und räumte Straßen und Kreuzungen, das Abbiegen an engen Straßeneinmündungen war nur im Zusammenspiel zwischen unserem versierten Fahrer und den Kollegen in den Begleitfahrzeugen per Funk und Handzeichen möglich.

Nach knapp 50 Minuten war das Ziel erreicht. Nun kam die schwierigste Hürde: Auf dem Weg zur Fähre musst der Trailer im Rückwärtsgang den Außendeich passieren. Das Problem: Durch die Gesamtlänge von etwa 28 Metern drohte bei der Überquerung des Deiches die Mitte des Aufliegers auf dem Asphalt aufzusetzen, während zwei der drei Hinterachsen auf dem abschüssigen Teil der Zufahrt in der Luft blieben.

Konventionelle Schwertransporter können diese Aufgabe nicht bewältigen. Hier zeigt sich der Vorteil unseres neuen Fahrzeugs: Mit einzeln steuerbaren Hydraulik-Vorrichtungen an Front und Heck können die Höhenunterschiede mit jedem gefahrenen (Zenti)meter nach Bedarf manuell ausgeglichen werden – eine echte Maßarbeit, die Anfang Mai in einer Generalprobe mit gutem Resultat getestet worden war.

Und auch an diesem Tag ging alles glatt: Die Mitte setzte nicht auf, und auch die zweite Hinterachse blieb wie geplant am Boden. Die anschließende Überwindung des Höhenunterschiedes zwischen Rampe und Fähre ging vergleichsweise problemlos vonstatten. Nach 20 Minuten Rangierens standen Fahrzeug und Leitwerk auf der Fähre und konnten verzurrt werden.

Um 11.00 Uhr hieß es endlich: Leinen los! Die Fähre legte ab und erreichte nach etwa drei Stunden den Hamburger Hafen. Nach dem Entladen über eine extra gebaute Roll on - Roll off Anlage wurde das sogenannte Cover, dass zum Schutz des Seitenleitwerkes für den Transport gefertigt worden war, auf Grund des stärker werdenden Windes hinter einer Werkshalle mit zwei Kranen von uns abgenommen. Der Trailer wurde bis zum Lackieren am nächsten Tag in einer Halle zwischengeparkt.

In diesem Jahr stehen noch weitere sechs Leitwerk-Transporte an. Ab dem nächsten Jahr sind vier Transporte pro Monat vorgesehen. Auch sogenannte Druckkalotten, die für den Druckausgleich im Airbus zuständig sind, wird Buchen UmweltService zukünftig transportieren.

Wir freuen uns, dass der erste Transport so reibungslos auch zur Zufriedenheit unseres Kunden über die Bühne gegangen ist.

Weitere Infos: Michael Ryborz
Tel.: (+49) 4141 9208-51
Email: michael.ryborz@buchen.net