| Köln:
Die „Ölwehr“ – unsere Feuerwehr (08.01.2004)
Auch in 2003
gab es wieder zahlreiche Noteinsätze im Großraum Köln.
Mehr als 85 Mal wurde unsere Ölwehr für Tag- und Nachteinsätze
zusammengetrommelt, um Umweltschäden, die durch Unfälle
oder Havarien entstanden waren, zu Leibe zu rücken. Häufig
handelt es sich um Unfälle im Straßenverkehr, wie das
folgende Beispiel zeigt:
Im Mai erhielt
die Ölwehr einen Anruf der Unteren Wasserbehörde der Stadt
Köln. Der Fahrer eines Tankwagens hatte auf einer Landstraße
die Kontrolle über sein Fahrzeug verloren. Der mit flüssiger
Ammonium-Nitrat-Harnstoff-Lösung - ein Düngemittel - beladene
Tankwagen war umgekippt, und die auslaufende Ladung vermischte sich
dabei zum Teil mit dem Dieselkraftstoff. Ein Teil des Gemisches
war bereits in den Entwässerungskanal eingedrungen, zudem drohte
ein starker Regen, der das Produktgemisch weiter ins Regenrückhaltebecken
transportiert hätte.
So war höchste
Eile geboten. Als erste Maßnahme haben wir unseren Gefahrgutbeauftragten
verständigt. In Abstimmung mit dem niederländischen Hersteller
des Produktes, der Feuerwehr und der Unteren Wasserbehörde
wurde dann die weitere Vorgehensweise abgeklärt.
Die Gefährlichkeit
des Düngemittels liegt darin, dass das Produkt extrem leicht
brennbar ist und heftig mit anderen brennbaren Stoffen reagieren
kann. Da ein Absaugen und Transport mit Saugwagen auf Grund dieser
Produkteigenschaften zu gefährlich war, haben wir das Gemisch
unter starker Wasserverdünnung in 200 Liter Fässer abgefüllt.
Das Kanalsystem
haben wir bis zum nächsten Regenrückhaltebecken gespült.
Die etwa 900 m lange Kanalstrecke war in einem sehr schlechten Zustand,
was das Tempo der Arbeiten stark beeinträchtigte. Einen Kanalplan
gab es auch nicht, und die Kanaldeckel waren im undurchdringlichen
Dickicht am Straßenrand kaum auffindbar. Drei Kombis, vier
Saugwagen und der Einsatzwagen der Ölwehr waren über 12
Stunden vor Ort zum Kanalspülen eingesetzt. Die rund 100 Tonnen
Spülwasser mussten aus dem Kanal abgesaugt und zur Entsorgung
zur Gruba transportiert werden.
Die beteiligte Behörde und der Sachverständige bedankten
sich nach Abschluss der Arbeiten unserer Ölwehr für die
hohe Fachkompetenz bei der Abwicklung dieses Einsatzes.
Weitere Infos:
Antje Nitschke
Tel.: (+49) 221/7177-173
E-Mail: antje.nitschke@buchen.net
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